26. Januar 2015

Star Trek: Neue Grenze 1

So endlichst bin ich dazu gekommen, eine neue Rezension zu schreiben:
Star Trek: The New Frontier: Kartenhaus. Gibt es seit ner Ewigkeit, denke 10 Jahre, bin ich aber nie zu gekommen, es zu beginnen. Hab ja noch anderes zu tun. Lernen, Fechten, Hasspredigen...
So, aber nun geschwind zum wichtigen Inhalt:
Captain Calhoun, ein ehemaliger Freiheitskämpfer auf einer besetzen Welt, bekommt nach hin und her der Admiralität das Kommando über einen humanitären Hilfseinsatz im Gebiet eines auseinander gebrochenen Imperiums, ähnlich und in der Nähe dem, in welchem er einst selbst für die Freiheit seines Planeten gekämpft hat.

Peter David weiß mit einem Spagat zwischen bereits vorhandenem und neuen Ideen zu überzeugen:
Zu Beginn wird Calhouns Jugend und seine Rebellion betrachtet, detailliert genug, um ein Bild über seine Motivationen zu erlangen, aber nicht zu lang, sodass man schnell in die eigentliche Geschichte einsteigt.
Der Übergang wird durch Einführung der zukünftigen Besatzung und interne Streitigkeiten der Sternenflotten-Führungsetage, mit alten Bekannten wie Captain Picard und Admiral Jellico, bereitet, von der Diplomatie geht des dann fließend zum aktiven Dienst in die Problemregion über.
Der Captain ist irgendwo in der Schnittmenge Picard (Diplomatie), Janeway (Sprunghaftigkeit) und Kirk (laxe Auslegung der Vorschriften), fehlt nur noch eine Vorliebe für ein bestimmtes koffeinhaltiges Getränk, hat einen recht unorthodoxen Führungsstil und ist nicht auf den Mund gefallen, was an einigen Stellen durch aus für Schmunzler, wenn nicht sogar Lacher, sorgen kann, gerade im Kontrast zu seiner vorschriftstreuen ersten Offizierin mit Stock im Arsch, Commander Shelby, die zudem noch seine Ex-Verlobte ist, was die Sache nicht gerade erleichtert.
Der Rest der Crew setzt sich aus neuen und mehr oder minder bekannten (Nebenrollen der Serie einiger Folgen) Gesichtern zusammen, insgesamt ist das Bild der Besatzung recht stimmig; am besten ist der etwas zurück gebliebene Sicherheitschef, der dafür der totale Badass ist.

Fazit:
Sehr guter erster Teil einer Serie, David hat verstanden, worauf es bei Star Trek ankommt, Menschlichkeit, Ideale, Diplomatie, Politik und Philosophie und nicht nur Kampf, das ganze würzt er hier und da mit (subtilem) Humor und heraus kommt ein Schritt in die richtige Richtung (das wünscht man sich für die Filme ebenfalls). Volle Punktzahl, 10 von 10.

PS: 
Trekkie-Mode on.
Aus dieser Buchreihe könnte man eine neue Fernsehserie machen. Oder zumindest ein, bis zwei Kinofilme, die dann mal keine Remakes oder zusammengestückeltes Resterverwerten des bekannten ST-Universums in Form ein beliebiges StarWars-Abklatsch-SciFi-Action-Blockbusterfranchise sind.
Da könnte man wieder genau das erschaffen, womit Star Trek so groß geworden ist. Ja, man bekommt dann vielleicht ein paar Millionen weniger Dollar, aber dafür eine um so treuere Fangemeinde, die dann gerne mal mehr in Merchandise etc investiert.
Aber so denkt ja keiner bei Paramount bzw CBS, das sind alles nur marktkonforme Schwanzeinkneifer, die auf den schnellen Gewinn durch eine etablierte Marke hoffen...

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