18. Dezember 2014

Voyager 5: Project Full Circle

Nach ein paar Monaten Wartezeit war es dann Ende Oktober so weit: Teil 5 des literarischen Voyager-Reboots kam heraus und die englischsprachigen Rezensionen schufen Hoffnung auf ein besseres Buch als die beiden Vorgänger und die konnte sie tatsächlich erfüllen:
Das Buch ist in zwei Teile geteilt, was durch aus Sinn ergibt und spinnt zum einen die in den ersten Büchern Geschichten weiter und beginnt eine neue Storyline, das titelgebende Project Full Circle, das unter anderem auch die Voyager betrifft, und zwei Jahre in der Zukunft, nach den Ereignissen von Destiny, dann tatsächlich anläuft. Aber der Reihe nach.

Teil 1.
Die Klingonen-Story rückt deutlich in den Vordergrund, nimmt mit der Entführung Mirals und einen religiös motivierten Kampf zweier Sekten, der sogar einen Realitätsbezug zu einer genetischen Mutation des klingonischen Erbguts besitzt, deutlich an Fahrt auf.
Parallel wird immer ein wenig Full Circle thematisiert, das die Auswertung der Voyager-Reise betrifft und eine weitere, große Mission zur Folge haben wird, doch dazu später mehr.
Der erste Teil schafft es ganz gut, die losen Schnüre zusammen zuknüpfen und die Geschichte um Miral angemessen zu Ende zu bringen, wobei für meinen Geschmack der politische Teil um den Planten Kerovi und den Wandler etwas zu beiläufig beendet wird, und dass die Klingonen so bereitwillig kooperieren grenzt schon an Blauäugigkeit, ist aber so gerade noch im Rahmen (Ich vermute, die Autorin war von einigen Ideen der Vorgänger-Bücher nicht ganz so angetan, was man nicht verübeln kann).
Dafür trumpft er durch den Einblick in Toms und B‘elannas Gedanken und Leben richtig auf, man bekommt sehr genaue Bilder ihrer Motivationen und Charaktere, die Übrigen bekommen nicht ganz so viel Raum, bleiben aber trotzdem nicht blass, sondern stets nachvollziehbar in ihren Entscheidungen.

Teil 2.
Im zweiten Teil geht es wie schon in Geistreise viel um Chakotay, allerdings wird es deutlich besser gemacht: Man blickt tief in seinen Charakter und wie er mit Janeways Tod (in TNG - Heldentod ) nicht zurecht kommt, fragwürdige Entscheidungen trifft und letztendlich beurlaubt wird.
Die erwähnte Mission, die Voyager zusammen mit anderen Schiffen zurück in den Delta-Quadranten zu schicken, kommt letztendlich doch noch durch, zuvor wurde sie immer wieder von Janeway mit Verweis auf die Crew boykottiert.
Des Weiteren befasst er sich mit den Folgen der Destiny-Ereignisse, bspw. Probleme auf Seiten Sevens durch die Rücktransformierung der Bord durch die Caeliar.
Der zweite Teil strotzt nur von Machtkämpfen und Intrigen im Oberkommando der Sternenflotte, ohne sie direkt zu offenbaren und trotz der ernsten Grundthematik um den Tod und dessen Folgen, durchaus witzigen Situationen zwischen einigen Charakteren.
Hier konnte ich keinen Kritikpunkt finden, alles wirkt doch recht schlüssig.

Allgemein:
Gerade die neu eingeführten Charaktere lassen auf einen spannenden weiteren Verlauf der Reihe hoffen, zu nennen wären da Admiral Batiste, der die Delta-Quadrant-Mission auf Teufel komm raus durch führen will, ohne dass man seine genaue Motivation erkennt, Captain Eden, Leiterin von Project Full Circle, die dem zuerst skeptisch, später aber wohlwollend gegenüber steht und mein Favorit, Counselor Cambridge, der schlagfertig, antipathisch und gemein, aber zugleich gerecht, ehrlich und auf seine Weise geradlinig ist.
Was mir im ganzen leicht negativ auffällt ist, dass einige Charaktere zu kurz kommen, so hätte ich gerne noch etwas mehr vom Doctor und Tuvok gehört (ja, Tuvok ist auf der Titan, aber Subraumkommuniktation ist ja nicht so unmöglich).

Fazit: 

4,5 von 5 Sternen, weil das Buch wieder das Voyager-Gefühl vermittelt, dass sich alles um eine große Familie dreht, die (ehemalige) Crew der Voyager steht für einander ein, egal wie, immer im Rahmen der Vorschriften, es sich sehr gut in den neu geschaffenen Ereignisspielraum der Post-Destiny-Zeit einreiht und wieder spannend und mit nicht ganz so ausgelutschten Ideen aufwarten kann.

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