8. Oktober 2014

Sin City 2: Der nächste Beweis, dass Kritiker sich Irren können

Sin City - Das steht für Gewalt, Sex, Intrige, CGI, kranke Charaktere und düstere Dialoge.
2005 war der Film ein Novum, explizit, brutal und gnadenlos, dazu ein noch nicht da gewesener Look.
Und genau das bietet der zweite Teil auch:
Dieselbe geniale Atmosphäre, in der man jederzeit die düstere Atmosphäre spürt, der gleiche Look, die Story wird teilweise weiter geführt, andere Teile sind ohne offensichtlichen Zusammenhang zum ersten Teil. Ein guter Mix. Die neuen Charaktere (oder neu besetzten) fügen sich weitgehend nahtlos in die Stadt der Sünde ein.
Zu den Storys sag ich nix, der Trailer spricht für sich, jedenfalls kann man genug entnehmen, es geht um Rache, Liebe, Abhängigkeit, Spiel und alle andern Sünden. Hähä.
Die Darsteller machen ihren Job enorm gut, Mickey Rourke ist ganz in seinem Element als Marv, Powers Boothe ganz der Arsch vom Dienst und (ich werde jetzt ein wenig fanboyeskes Gelaber von mir geben) neben all den andern ganz vorne und unerreichbar, Eva Green als wahrlich kranke Ava: Manipulativ, gerissen, intelligent, verschlagen, gewaltbereit, freizügig (ne Menge Fanservice, wenn ich es überlege in all ihren Filmen in letzter Zeit, naja, ich beschwer mich mal nicht bei der Aussicht^^) und geisteskrank und und und. Jede Facette spielt Green, als wäre sie diese Person und man will ihrem Willen gehorchen... ähm... Ja, also sie spielt alle anderen an die Wand. 
So, Bezug zum Titel: Die Kritiker (und viele normale Kinogänger) bemängeln in irgendeiner Form die flacheren Dialoge, die unausgereifte Story blablabla, so ein Quatsch, der Film kann einfach nicht der über 9 Jahre aufgebauten Erwartungshaltung gerecht werden und das ist vollkommen okay. Wie sollte er auch? Der Look ist halt schon mal da gewesen und nicht so „revolutionär“ und „neu“ wie 2005, auch die Darstellung von menschlichen Trieben in einem solchen Ausmaße ist Normalität geworden. Und im Ernst, flache Dialoge? Die waren also im ersten Teil tiefsinnig-philosophische Erörterungen über die moralische Unbedenklichkeit von Kannibalismus? Klatscht den Kopf ein paar mal gegen nen beliebigen Gegenstand und guckt den Film ohne diese überzogene Erwartungshaltung mit dem Gedanken, den ersten Film einfach fortzuführen und niemand wird enttäuscht, so einfach kann das Leben sein. Fantastisch! (Ich sollte diesen Blog umbenennen in „Philipp mit der Uhr‘s guide to a better life“...)

So, aber nichts desto trotz gibt es ein paar Dinge, die mich stören an diesem tollen Film:
Er ist ab 18, wir sehen Eva Green öfter nackt durch die Gegend hopsen als Marv Unschuldigen den Schädel zermatschen (letzteres ist auch viel wichtiger für die Story, but who cares?), aber trotzdem fallen keine Hüllen bei ner Stripshow? Come on, son bisschen Realismus kann ich doch erwarten (nein, es geht nicht drum Jessica Alba nackt zu sehen, sondern um die Stringenz des Ganzen... und darum dass sie sich auszieht...[Zynismus aus: Das war Sarkasmus und damit nicht ganz ernst gemeint. Zynismus wieder an.]).
Josh Brolin war kein guter Clive Owen Ersatz, der hätte dieses treudoofe Schaf mit Eiern in der Hose deutlich besser spielen können.


Aber Fazit, nicht zu viel auf Kritiker geben, Erwartungshaltungen begraben und einfach genießen, 8,5 von 10 Schlägen ins Gesicht. Verblutet jämmerlich, hähähä.

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