6. September 2014

Guardians of the Galaxy

Was wurde dieser Film hoch gelobt. Überall „Film des Jahres“, „Grandios“, 5 Sterne usw.
Arschlecken.
Naja, nicht ganz. Der Film ist eigentlich in Ordnung. Wenn man nichts gegen ein maues Drehbuch hat. Aber von Anfang.
Als Kind im Jahre 1988 von der Erde „entführt“(?) verdingt sich Peter Quill aka Starlord als Bandit im Weltraum, der in einer zerfallenen Tempelanlage ein wertvolles Artefakt (oh, welche Wunder) besorgen soll. Allerdings ist er nicht der einzige, der sich dafür interessiert (damit hätte keiner gerechnet) und so wird ihm das Artefakt beinahe abgenommen. Beim Verkaufversuch wird er erneut attackiert, zum einen von Gamora, die für Ronan, einen verrückten Kriegsherren, arbeitet und von Rocket und Groot, die auf Starlords Kopfgeld aus sind. Allerdings werden sie alle vier gefangen genommen und landen in einem Gefängnis. Hier tritt dann auch Drax auf den Plan, der zuerst Rache an Gamora für den Tod seiner Familie nehmen will. Allerdings bemerken sie schnell, dass sie als Team arbeiten müssen, um dem Gefängnis zu entkommen. 
Danach kommt obligatorisches Weltraumgeballer, der erste Triumph, retardierendes Moment und am Ende Friede, Freude, Grootgetanze. Standard-Marvel halt.
So. Zum wichtigen. 
Bis zum Gefängnisausbruch oder sogar bis zum Kampf in Nowhere ist der Film tatsächlich so gut wie angepriesen: Die Story hat viel Tempo, die Charaktere werden klasse eigeführt, viel Witz und Bissigkeit. Gerade Rocket, Groot und Drax können in letzterem glänzen, versteht Drax doch weder Ironie, noch Metaphern. Dazu kommt, dass das ganze sogar noch alles theoretisch möglich ist.
Aber dann... Es beginnt mit der Szene, in der Starlord Gamora aus dem Weltraum rettet...
Ohman. Grenzwertig. Man erfriert im Weltraum mangels wärmeleitenden Mediums nicht, sondern erstickt mit der Zeit und das Gehirn beginnt Schaden zu nehmen. Anscheinend waren die Drehbuchautoren im mal eine gewisse Zeit ungeschützt im Weltraum...
Noch schlimmer. Mit dieser Szene hätte man leben können. Aber ab da läuft wirklich als nach Schema F ab, alles sehr vorhersehbar und klischeehaft (ich sage nur, zögernde Gegenspieler usw).
Retten tun den Film das erste Drittel und die Charaktere. 
Das Zusammenspiel der Gruppe (Gamora mal ausgenommen, die ist hier nur Fan-Service und recht blass) funktioniert grandios, die Sprüche werden hin und her gekloppt, es gibt enorm viele Anspielungen auf die Popkultur der 80er, gerade von Seiten Starlords, der bspw. zu Beginn im Tempel herumtanzt, bevor er die Kugel holt.
Groot und Rocket funktionieren schon zu zweit wirklich gut, in der Gruppe wird es noch besser. Der schießende Waschbär nimmt kein Blatt vor den Mund und seine Zimmerpflanze metzelt sich direkt ins Herz des Zuschauers. Seufz. Ja. Klar. Groot ist einfach badass. Punkt.
Die Nebenrollen können auch recht gut überzeugen, bis auf den Antagonisten, der ist schwach. Lee Pace sollte lieber bei Elbenkönigen mit großem Ego bleiben: Karen Gillan als Tochter des Thanos kämpft sich enorm elegant durch die Gegend, Starlords Weltraum-Ziehvater, Merle Dickson... ähm Yandu, sorgt auch für einigen Spaß und Action, aber warum zur Hölle wird hier wieder Thanos angeteased, als Mann hinter allem, wenn er selbst nicht in Aktion tritt? Wie lange sollen wir da noch warten? Avengers 2 hat Ultron als Gegner, Guardians 2 mit Avengerunterstützung? Man, das wäre ätzend.
Achja, der Collector darf auch. Hat ne süße Sammlung. Der wird hoffentlich auch noch ausgebaut, scheint ein interessanter Charakter zu sein und nach den Comics wird er ne größere Rolle spielen....
So. Viel blabla.
Film bekommt 6,5 von 10, weil er zu Beginn das hält, was er verspricht, danach aber abdriftet und die Charaktere ein tolles, heterogenes Team bilden das einiges an Storyloch herausreißen kann. Er ist teilweise besser als die andern Marvel-Verfilmungen, aber meiner Meinung nach kommt er ganz knapp nicht an Avengers ran und schon gar nicht an Days of a Future Past. Isso.

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