6. August 2014

Mindfucked.

Ha, seit langem mal wieder meine wirren Gedanken zu einem Kinofilm. Hat hier gefehlt ne? Genau, mir auch nicht.
Also. Es geht um The Signal. Relativ kleiner Film, bis auf Morpheus Fishburne nur recht neue Gesichter.
Achja, erwähnte ich, dass ich evtl. ein kleines bisschen spoilere? Auch ohne noch ein zweites Mal zu warnen? Wer damit nicht klar kommt geht besser seinen Teufelsaustreiber holen. 
So. Inhaltswiedergabe... Guckt den Trailer. Da. Video. Gucken. Jetzt. 
Das ganze wird jetzt sehr wirr. Wer lieber was ernst zu nehmendes liest, in der Zeit ist ne anständige Kritik:
Klicks
Am besten ließt man vor dem Film aber gar keine Kritik, um nicht ggf. schon kleine Informationen heraus zu lesen, sondern erst hinterher, um zu diskutieren.
Es beginnt schon ganz genial: Man erfährt am Anfang nicht viel über die Handlung, nur, dass Nick, Jonah und Hailey fahren quer durch die USA zu Haileys neuer Wohnung, auf dem Weg machen sie noch einen Abstecher zu einem Hacker, der einen Angriff auf ihre Universität durch geführt hat, um ihn zur Rechenschaft zu ziehen. Dabei wird sich grandioser Filmtechnik bedient, monumentale Landschaftsaufnahmen und nahe gehende Aufnahmen der Charaktere, die wirklich grandios gespielt sind.
Ab dem Eintreffen am vermeintlichen Haus des Hackers geht dann alles drunter und drüber und Nick wacht allein in einer Art Klinik auf und muss sich diversen Untersuchungen und Verhören durch Morpheus... ähm. Damon unterziehen, der eröffnet, sie seien mit Außerirdischen in Kontakt gekommen. Ab hier beginnt eine absolute Mindfuck-Handlung, mit der man sich am besten selbst das Hirn malträtiert.
Auf alle Fälle wird die beklemmende Atmosphäre, die Verzweiflung, die Ratlosigkeit und Wut perfekt eingefangen, der Laurence Fishburne als Anlagenleiter eine unfassbare Ruhe und Abgeklärtheit entgegenhält, selbst als die Studenten fliehen.
Da wird es eine waghalsige Flucht mit verstörenden Begebenheiten und anscheinenden Logikbrüchen, die dann aber am Ende mit einem Paukenschlag als vollkommen simpel erklärt aufgelöst werden. Hinterher ist man ein wenig konsterniert, versucht, alles zu verstehen, es gelingt nicht.
Das ist gutes Kino. Man denkt danach noch über den Film nach. Diskutiert. Sucht besser Ansätze des Verständnis. Versucht, heraus zu finden, was damit gesagt wird.

So. Abschließende Wertung... 8 von 10, weil es fesselnd bis zum Schluss ist, man ständig dabei sein muss, um ansatzweise zu verstehen was passiert und die Story sehr viele, vielleicht zu viele Wendungen hat und phänomenal beendet wird.

PS: Bisschen Techgebrabbel:
Der Film ist zu seinem eigenen Glück 2D und vom Bild, dem Schnitt und der Kameraführung ganz vorne mit dabei, egal in welcher Szene, immer werden verschiedene Aufnahmetechniken benutzt, die dem ganzen enorme Tiefe verleihen, es wird geschickt mit Schärfeverläufen gespielt, Flashbacks eingeschnitten und den Situationen angepasst.
Beispiel: In den ersten, sagen wir 20 Minuten, bekommt man einen Atmosphären-Overkill, man sieht die drei Protagonisten mit dem Auto fahren. Yay. Klingt spannend. Schnauze, man merkt nicht, wie die Zeit vergeht, weil es so gut ist: Man sieht die drei durch diverse Landschaften und Wetterwechsel fahren und es wird zwischen innen und außen gewechselt, erst sieht man, wie sie in ein Gewitter hinein fahren, in einer grandiosen Weitwinkelaufnahme, dann befindet man sich im Auto, auf verschiedenen Positionen, sieht, die Personen einzeln oder als Gruppe, es wird auf die Gesichter gezoomt, um die Emotion fest zu halten, nebenbei schnappt man über ihre Gespräche auf, worum es eigentlich geht und das ist in Kombination mit dem famosen Soundtrack einfach nur irre fantastisch.
Und später in der Versuchsanstalt, klasse, man hat durch diese Bildkomposition möchte ich schon fast sagen, eine unfassbare nahe gehende Stimmung erzeugt.
An der ein oder anderen Stelle gibt es auch Effekte, die fallen für eine so kleine Produktion wirklich gut aus, gerade die künstlichen Gliedmaßen wirken enorm realistisch und das ist Ende ist einfach nur WOW

Soviel zum meiner Begeisterung vom Technischen. 

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