8. Juli 2014

Voyager. Band 3. Meh.

Nach ein paar Monaten Wartezeit konnte ich Teil 3 des Voyager-Reboots in Händen halten, die Vorfreude war recht groß.
Vorrangig geht es um die erste Mission der Voyager mit Chakotay als Captain, recht simpel, ein paar Kolonisten sollen auf ihren Planeten zurückgebracht werden, bei der Ankunft zeigt sich allerdings ein anscheinend künstlicher Sturm direkt über der Kolonie und schafft Nachforschungsbedarf. Nebenbei setzt Chakotay sich mit einem crewinternen Konflikt auseinander und sieht seine Schwester Sekaya wieder, die als Beraterin in die Mission integriert ist, mit der er einiges zu bereden hat.
Einige Welten wollen in Anbetracht der Politik der Föderation aus dem Planetenbündnis austreten und es ist Admiral Janeways Aufgabe, zu vermitteln.
Nebenbei finden B‘elanna und Tom heraus, dass ihre Tochter Miral ggf. Inhalt einer alten klingonischen Prophezeiung sein könnte und versuchen, mehr darüber heraus zu finden (Die Auserwählte...).

Was mir gefallen hat:
- Die Debatte um den Austritt aus der UFP: Sehr interessante Argumentation, dass die  
  Föderation allein durch ihr Grundprinzip gegen sich selbst arbeitet: Durch den 
  Zusammenschluss zum Selbstschutz wird sie in den Augen anderer zur Gefahr und   
  damit zum potentiellen Gegner. Ebenfalls sehr gut bemerkt ist, dass vor allem die   
  Kernvölker, Menschen, Vulkanier und Andorianer, sowie zusätzlich Bajoraner im Fokus  
  der Politik stehen und viele kleine Rassen und Planeten kaum Berücksichtigung finden 
  und um Aufmerksamkeit kämpfen müssen.
- Die Story um Astall und Kaz, eine interessante Beleuchtung von Trill und ein 
  interessantes Rassekonzept der Huanni, enorm emotional und damit perfekt als 
  Counselor geeignet. Jarem hat Flashbacks eines früheren Wirtes des Kaz-Symbionten 
  und Astall hilft ihm, damit fertig zu werden. Sehr emotional, sehr tief, guter Nebenplot.

Was mir nicht gefallen hat:
- Es gibt kaum Neues:
  Der Konflikt innerhalb der neuen Mannschaft der Voyager hat enorme Ähnlichkeit zu dem 
  der Serie zwischen Sternenflotten- und Marquisangehörigen, mit dem Unterschied, dass 
  es jetzt weniger um die Ideologie, als um eine Meinung geht, wer denn jetzt am meisten   
  gelitten hat (mimimi, ich bin viel ärmer dran als du - nein, ich du - nein ich - mimimi, alles doof)
  Die Kolonie an der Grenze zur Cardassianischen Union. Mhh, schon ein paar mal gehört. 
Ja, das bietet    durchaus eine Menge Stoff, aber hier zeichnet sich eher eine 08/15-Story ab...
  Der Gegner am Ende sind alte Bekannte, die Cardassianer, im Ernst, musste das sein? 
  In DS9 gab es so viel dazu, da müssen wir das doch nicht noch mal in dieser Linie 
  aufwärmen? Mag sein, dass es da eine Menge zu beleuchten gibt, aber das hier scheint    
  wieder in Richtung „unerbittlicher Feind“ zu gehen.  (Man sollte die Reihe in "Schlechter 
  DS9-Abklatsch mit tollem Schiff, das mal echt zu was zu gebrauchen war, aber jetzt nur    
  noch alte Drehbücher aufwärmen darf) 

Worüber ich zwiegespalten bin:
Die Chakotay-Story: Ja, wir erfahren hier eine Menge über die Lebensweise seine Volkes und mit Sekaya kommt ein weiterer Charakter dazu, aber wenn man mal ehrlich ist, hat man das meiste dann doch schon in der Serie gesehen oder gehört.
Wer die Serie nicht gesehen hat, wird das sicherlich gut finden, aber wer sie gesehen hat, dem kommen die Passagen recht schleppend vor. Daher eher ein Nullsummenspiel in der Wertung.

Fazit:
Bleibt für mich als Serien-Gucker und zuletzt Destiny-Verwöhnter eher mau, das meiste kam einem bekannt vor und die guten Ansätze wurden in Nebenplots versteckt.
Ich finde, hier sollte man lieber den Mut haben, Neuland zu wagen, man könnte z.B. die Holorevolution weiter betrachten, die Meinung in der Bevölkerung, ob sich da Gruppie-rungen bilden, oder näher auf die Probleme der Austrittskandidaten eingehen, dabei könnte man genauso auf die inneren Spannungen, politischen, weltanschaulichen und philosophischen Aspekte eingehen, ohne Bekanntes nur neu aufzuwärmen, 2 von 5 Punkten.
Ggf. sollte man auch mal eine andere Autorin ranlassen, schließlich gibt es nicht nur Christie Golden auf diesem Planeten, auch wenn sie schon bewiesen hat, dass sie gute Arbeit leisten kann, muss das nicht heißen, dass sie es immer tut...

Und dann noch ein Wort zur Veröffentlichungspolitik: Zwei Teile, jeder 250 Seiten, während man die andern Reihen mit bis zu 500 Seiten pro Buch veröffentlicht? Ey, ich kann kein Geld scheißen, sucht euch ne andere Kuh zum melken CrossCult, das geht gar nicht.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen