14. Juli 2014

Die WM ist zu Ende, die WM beginnt...

Ab morgen ist WM.
„Aber WM war doch schon...“
Ja, Fußball-WM, aber es gibt ja, Evolution sein dank, noch mehr Sportarten als Fußball.
z.B. Fechten. Aber woher soll das der normale Mensch auch wissen, schließlich wird nicht Wochen vorher schon Bericht erstattet, werden keine großen Erfolgsprognosen von selbsternannten Experten oder Analysen ehemaliger Erfolgssportler über den Leistungsstand veröffentlicht, keine Stimmung gemacht, mit den deutschen Athleten mitzufiebern.
Da mag sich einem doch die Frage stellen: Warum eigentlich nicht? (oder auch nicht, wenn man von Diversität soviel hält, wie das IOC [olympische Komitee] von Transparenz...)
Es wird schließlich über andere Randsportarten wie beispielsweise Schach ähnlich berichtet, wie über Fußball, dabei hört man selten in der U-Bahn* Sätze wie „das Finale gestern, das war echt krass, wie Carlsen da Anands Springer einfach so geschlagen hat, das war so genial, der Wendepunkt der Partie“ oder „beim Training, da hab ich mir so eine geile Kombination von Läufer und Turm überlegt, mein Gegner konnte nur aufgeben“. 
Allenfalls liest hört man noch Kommentare zu höher frequentierten Sportarten wie Leichtathletik, Rudern, Hockey etc., ansonsten überall nur Fußball.
Aber warum nicht Fechten? 
Da gibt's verschiedene Gründe: 
a) 
Die Medien verdienen kein Geld mit Berichten über Fechten, ist ja nur eine kleine Zielgruppe. Aber sollten Journalisten nicht eigentlich wertneutral an ihre Arbeit heran gehen, niemanden bevorzugen und vor allem nicht dem Geld hinterherlaufen? 
Sollten nicht gerade in dem durch Zwangsabgaben finanzierten öffentlich-rechtlichen Funk und Fernsehen neutral berichtet werden und damit gleichberechtigt, schließlich ist Deutschland, zumindest noch auf dem Papier, ein demokratischer Staat? 
Ach. Sorry. Da hab ich grad ein bisschen vor mich hin geträumt, ich Gutmensch... 
b) 
Die FIE [Weltverband des Fechtsports] ist (noch) keine multimilliardenschwere Korruptionsgesellschaft**, die genug Einfluss hat, um ggf. an Punkt a) etwas zu ändern. Sie scheitert schon daran, die ureigensten Interessen durch zu setzen, bei den olympischen Spielen muss Fechten auf 2 Disziplinen (es gibt insgesamt zwölf, drei Waffen, jeweils Einzel und Mannschaft für Damen und Herren, 3*2*2=12) verzichten, die immer rotiert werden, und nichts konnte daran etwas ändern.
c) 
Aufgrund von a) sehen sich Personen des öffentlichen Lebens nicht in der Position, mehr für den Sport zu tun, als nötig. Es glaubt ja niemand ernsthaft daran, dass sich Mutti und der Bundesgauck für einen Selfie mit den deutschen Fechtern hergeben. Damit kann man ja keine Stimmen für Wahlen sammeln und in der breiten Masse auf Zuspruch stoßen.
d) 
Fechten ist nicht im Bewusstsein der Menschen, was an c) und a) liegt. Die wenigsten Leute wollen sich noch groß informieren, was sie machen können, sie machen das, was sie immer vor Augen haben, genauso wenig wollen sie, wenn es denn mal im TV übertragen wird, sich informieren, warum da wer jetzt nen Treffer gemacht hat, aber beim Fußball kennt anscheinend jeder die Regeln (und es kann mir jetzt niemand erzählen, die Abseitsregel hätten alle nach einmal Kommentatorerklärung und Privatgespräch vollständig kapiert)

Wenn ich wollte, könnte ich zu jedem Punkt mehrere Seiten schreiben, aber ich würde mich doch nur aufregen, darum lasst mich kurz zusammenfassen:
Menschen sind doof, Geld regiert die Welt und ich will ne Currywurst.

PS: 
An dieser Stelle übrigens meinen herzlichen Glückwunsch an die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zum Titelgewinn (nein, ich habe das Spiel nicht geguckt, lediglich Meinungen von Zuschauern gehört und demnach war es ein Gemetzel^^).

*Zufällig gewähltes Beispiel eines öffentlichen Raumes, in dem man, ohne wie ein Stalker zu wirken, Menschen belauschen kann

** solche Tendenzen könnte man mittlerweile durchaus unterstellen, schließlich ist mit Alisher Usmanov ein russischer Oligarch mit zweifelhafter Vergangenheit vorsitzender und ein 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen