8. Mai 2014

How to buy a book oder wie man die Buchkultur rettet

Bücher kaufen... 
Das ist ne Kunst für sich. Es gibt da diese Ketzer, die kaufen eBooks... Bah. 
Wie kann man nur. Ein Buch gehört auf toten Baum gedruckt. Da kann man es ins Regal stellen, präsentieren, sich daran erfreuen, jedes mal dran erinnert werden, wie super die Geschichte war, die man gelesen hat, wenn man den Blick durch die hauseigene Privatbibliothek schweifen lässt, man kann es fühlen, riechen, wer drauf steht kann es sogar schmecken oder mehr, ich weiß nicht, nennt man das dann bibliosexuell oder ist das „nur“ ne Form der Objektophilie? Naja, diese Randerscheinungen mal beiseite...
Was kann denn da der eBook-Ladende dagegenhalten? 1000 Bücher jederzeit parat? Klar, ich will 1000 Bücher gleichzeitig lesen, super Idee... Günstiger? Pah, da bekommt der arme Autor ja noch weniger Geld... Leichter? Nagut. Eines der wenigen Argumente, die man gelten lassen kann. Nicht immer möchte man den 1500 Seiten Wälzer mit schleppen... Aber ansonsten machen eBooks das Erlebnis „Lesen“ kaputt. Also lassen wir die Kindle-Freaks mal bei Seite.

Apropos Kindle... Es gibt auch Leute, die bestellen ihre Bücher immer bei Amazon... Die sind fast genauso schlimm, wie diese eBook-Kranken. Die Bücher kosten in Deutschland sowieso alle gleich viel, dank der Buchpreisbindung. Welchen Vorteil hab ich also durch Amazon? Ich kann auf der Couch rumsitzen und ein anderes Buch lesen... Nagut. Aber auch hier geht was verloren: Das Erlebnis „Buch kaufen“. Ich gebe zu, auch das hat was negatives, man muss mit Menschen interagieren... Bah. Aber das Stöbern in voll gepackten Bücherregalen, Stapeln, Tischen und Schaukästen ist nunmal einmalig und ab und zu fällt einem da auch etwas in die Hände, was einem der Empfehlungsalgorithmus nicht angezeigt hätte.
Auf diese Versandmitarbeiter-Argumentation springe ich jetzt mal nicht auf, das ist kein alleiniges Problem des Buchhandels, sondern des gesamten Onlinehandels, nichts desto trotz könnte man das mal im Hinterkopf behalten, dass da Leute behandelt werden wie Sklaven im alten Rom, das sollte in unserer Zeit tunlichst aufhören, schließlich können wir Menschen schon durch Döner ersetzen. Ähm. Ne. 

So. Wer jetzt aber zu faul, menschenscheu oder sonst irgendwie gestört ist und nicht das Haus verlassen möchte, der sollte mal bei booklooker rein gucken. Da gibt es gebrauchte und neuwertige Bücher von Buchläden, Antiquariaten und Privatleuten zu vernünftigen Preise, ja die Lieferzeit kann nicht mit der von AmazonPrimePremiumDeluxeIchWisch-DirDenArschAb mithalten, aber dafür geht es meist an mittelständische Unternehmen und genau die sind ja das Rückgrat unserer deutschen Volkswirtschaft. Also unterstützt das Vaterland, kauft Bücher bei deutschen Mittelständlern, damit die geldgierigen Langnasen... oh.... falsches Blog... Damit es Deutschland besser geht.
Am besten geht ihr natürlich zu Mittelständischen Buchhändlern und Antiquariaten im RL hin und lasst euch ggf. beraten, neue Bücher empfehlen, meistens können die Mitarbeiter einem echt Sachen empfehlen, die man noch nicht kannte und abseits des Mainstreams sind.

So. Manch einer möchte da sicher zu den großen Ketten gehen, weil es ja einfach ist, in fast jeder Stadt gibt es einen... Thalia, Weltbild/Hugendubel und Mayersche... Ich geh sie mal einzeln durch:
Thalia: NICHT! Schlechtes Sortiment, musste in 90% der Fälle meine Bücher bestellen, ob ich jetzt bei ‘nem kleinen Buchladen warte, oder bei ‘ner Kette... WAYNE! Außerdem gehört Thalia zu einem amerikanischen Fond und das hat man nicht zu unterstützen, einfach weil amerikanisch. Was von da drüben kommt ist zu 40% aaarrrghhfacepalmdummneinwarumlässtmandieeinLandseinKrieg, zu 40% fettig, krebserregend und/oder übergewichtig und gerade mal zu 20% überlegenswert.
Weltbild/Hugendubel: Da steckt die Kirche mit drin. Reicht das nicht als Grund?
Mayersche: Bedingt okay. Nämlich dann, wenn Buchwochen sind und man 30% bzw. 50% mit KultKarte Rabatt auf mit ablösbaren Aufklebern (und nicht elektronisch im System registrierten [reicht das als Wink mit Fernsehturm?]) markierten Ware. Außerdem engagieren die sich mit Bücherspenden an regionale karitative Verbände. Also kann man das drei mal Jahr ruhig machen.
Ansonsten: Buchladen. Klein. Privat. Mittelständig. Gefälligst. Wer das nicht macht, ist ein Volksverräter - oder war es Untermensch? Ach ne, die Vokabeln sind ja veraltet, ich glaub das neue Wort dafür ist Hipster.

So. Nämlich.

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