29. Mai 2014

Hipsterbrillenzeit im Kino

Achtung. Dieser Beitrag könnte Spoiler enthalten.
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So, ich war mal wieder zur Abwechslung im Kino und hab mir zwei der aktuell groß promoteten Blockbuster angeguckt.
Godzilla und X-Men: Zukunft ist Vergangenheit.
Ich fang mal mit dem Monster an: Mir geht es gut.

Godzilla.
Handlung muss ich denke ich nicht drauf eingehen, der Trailer fliegt einem ja überall um die Ohren.
Also ich muss sagen, Gareth Edwards macht seinen Job da echt gut: Im ersten Drittel und in kurzen Augenblicken vom Rest bringt er es zu Stande, „Monsters“ (der war ja sooo genial, das kann man gar nicht oft genug betonen; wer den nicht gesehen hat, guckt ihn jetzt und wem er nicht gefallen hat, der hat ihn nicht verstanden. Pah. Menschen…), in ein komplett anderes Universum und andres Setting zu transferieren, ganz große Klasse: Eine unterkühlte, distanzierte Atmosphäre, durchsetzt mit hochemotionalen Momenten der Nähe zu den Charakteren. Gepaart mit der Bedrohung durch etwas unmenschliches, etwas gewaltiges. Das man lustiger Weise kaum zu sehen bekommt und das ganze noch „geheimnisvoller macht. Ja, sogar der Versuch, einer logischen, wissenschaftlichen Erklärung kommt zum tragen.
Gerade Bryan Cranston spielt in diesen Situationen ganz grandios, authentisch bis zum letzten Fältchen spielt er den Vater von Walter junior… ähm… dings… der aus Kickass… 
Und dann ist da der Teil des Films, den anscheinend das Studio ohne Edwards gemacht hat, um Geld zu verdienen… Brachiale Action, flache Story, kaum noch Charakterentwicklung und Klischees. Und, zu meiner totalen Belustigung, dumme Amerikaner. In einem amerikanischen Film. Entweder gewollte Selbstironie oder einfach nur… dumme Amerikaner^^ (nein, ich hege keinen unterschwelligen Antiamerikanismus, das mach ich offen. Wobei ich gegen einzelne nicht mal etwas habe. Und gegen einzelne Dinge von da drüben. Aber die Gesamtheit… Neee).
Wir dürfen beobachten wie das US-Militär… ich wiederhole es noch einmal… das US-Militär…. nichts tut außer hinter ein Monster her zu fahren, sinnlose Warnungen raus zu geben, an die sie sich selber nicht halten:
Flugverbotszone, weil der MUTO (das Viech gegen das Godzilla kämpft) EMP (er verteilt kostenlose Bandshirts und CDs…) kann und dementsprechend Flugzeuge leicht am Arsch wären. 
Better send our High-Tech-Jets directly into that zone. Genius. 
Nun… Da sag ich nicht mehr viel zu…
Achja, dann ist da noch der geniale Plan, die Viecher mit einer Atombombe aufs Meer zu locken, weil sie von der Strahlung angezogen werden und zu grillen. Weil das in den sechziger Jahren auch so gut geklappt hat… und die noch leben… und sich eigentlich von Radioaktivität ernähren… Damn logic.
Aber lasst uns diese Atombomben mit dem selben Zug umabgeschirmt, offen liegend zur Küste fahren… Über eine der so ziemlich instabilsten Brücken ever… In der Nähe des MUTO… 
Such Wow. Much clever. Many brain. So Wow.
Mal ganz davon abgesehen, dass die beiden Masseteile, die zur Explosion zusammengeführt werden, noch gar nicht radioaktiv sind und damit keine Strahlung aussenden, aber, was rede ich da… Physik… braucht keiner, solang man Explosionen und Kampfszenen hat…
Kampfszenen… Ja, wieder in große Pluspunkt des Films: Der Endkampf zwischen MUTO und Godzilla. Ein Traum in CGI. Hier lohnt sich 3D sogar richtig. Massive Zerstörung der Stadt, grandiose Echsenmimik, Aggressivität, Völkermord an ungeborenen Wesen in ihren Kokons (wie sollte es anders sein, durch Menschen)…

Zusammengefasst: Dank des Anfangs, Bryan Cranston und dem Mid-Ende (das Late-Ende ist ’murrica rettet ’murrica und ’murrica-Held mit Familie glücklich vereint, alles ist ’murrica) rettet sich der Film aus dem Durchschnitt. Knapp. 5,5 von 10. Sollte das mit den Amerikanern Satire sein: 6,5 von 10. im Mittel also 6 von 10. Ja. Kommt hin.


X-Men: Zukunft ist Vergangenheit kommt dann die Tage. Demnächst. Vielleicht. Wenn ich Zeit hab. Eventuell auch noch vor Rock am Ring…

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