10. November 2013

The National oder wie man auch ohne Pogo ein enorm geniales Konzert miterleben darf

Ja, auch ich höre mal Musik, die jetzt nicht so direkt oder auch subtil auf die Fresse gibt.
The National sind da mehr so ruhig, aber dabei noch wunderbar mitreißend und das obwohl sie unfassbar toll düster-melancholisch sind, dass man sich am liebsten alle Adern die man hat, aufritzen möchte. Mit einer stumpfen Nagelschere. Einfach um langsam aus dieser verkackten Welt zu scheiden und den ganzen Rotz hinter sich lassen zu können.
Und wie gehts euch so? 
Also fangen wir mal vorne an, bei unserer Ankunft in der nicht ganz ausverkauften Mitsubishi Electric Hall in Düsseldorf. Eins war klar, wir drücken den Altersschnitt, was mir sonst noch nie passiert ist, außer vielleicht bei den Foo Fighters, aber auch da nicht in dieser krassen Form. So hat sich das Publikum dann leider auch meistens verhalten, etwas zurückhaltend, träge und alterslahm.
Aber darum geht es sich ja nicht.
Es geht um die Musik.
Ja. 
Und die resultierende Depression und Spaß dabei.
Das tolle an The National ist, muss ich sagen, dass sie ihre Songs wirklich fast alle variiert haben und keiner wie auf den Alben klang. Schon der Opener I should live in Salt wurde etwas schneller und etwas weniger getragen als auf Platte gespielt, unter anderem bei Squalor Victoria hat sich Matt Berninger die Seele aus dem Leib geschrien, so verzweifelt... Ahhh. Leid und Schmerz.
Meine persönlichen Gänsehaut und totalen Depressionsmomente waren dann Bloodbuzz Ohio und Apartment Story, nur noch getoppt von Fake Empire.
Am Ende wurden die Lieder sogar dann so rockig, dass man durchaus hätte pogen können.
Aber zu dem Zeitpunkt hatten alle schon ihren Lebensmut verloren und standen kurz vor dem Kollektivsuizid.
Also durch und durch gut investiertes Geld.

Nebenbei noch ein Wort zu Placebos neuem Album Loud like Love:
Must Have. Absolut geil. Auch schön traurig, aber auf ne positivere Art als bei National und noch mehr in Richtung Rock. Meine Lieblinge: Too Many Friends und Begin The End, beides absolute Knaller.
Ach und mitten im Emotionswirrwarr soll man auch ne Bank ausrauben. So stell ich mir ein gutes Album vor. 8/10, 10/10 gäbs für ein wenig mehr Abwechslung, was die musikalische Basis angeht, das war mir teilweise einen Hauch zu selbstplagiierend, auch wenn es evtl. gewollt ist, als durchgehendes Verbindungsstück.

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