9. August 2013

Only God Forgives

Ja aber was denn verdammt?
Und wer ist dieser Gott überhaupt?
Der mit Schwert, die blonde MILF, der leidend starrende Boxclubbetreiber oder gar der schmierige Drahtzieher?

Aber ich greife vor.
Der Film spielt in Bangkok und vermeintliche Hauptfigur ist der Boxclubbesitzer Julian, ein Amerikaner, sagt selten was, dealt nebenbei mit Drogen, hat einen Bruder.
Eben dieser Bruder bringt es fertig, eine minderjährige Prostituierte um die Ecke zu bringen, worauf hin der zuständige Polizei-Leutnant den Vater der Getöteten mit dem Mörder in den selben Raum einsperrt.
Nach einer Weile wird die Tür wieder geöffnet, der Vater hat den andern so kaputt gekloppt, dass die Hirnmasse in der Gegend rum fliegt und Blut die neue Wandfarbe ist.
Als Strafe für sein Verbrechen, das in den Augen des Polizisten nicht die Ermordung von Julians Bruder war, sondern das Zulassen der Prostitution seiner Tochter hackt ihm der Leutnant mal fix mit nem netten kleinen Schwert den Unterarm ab.
So, das war nur der Anfang.
Im weiteren Verlauf beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen Julian, dem Polizisten und noch ein paar Auftragsmördern, untermalt mit frittierten Gesichtern, surrealen Geschehnissen, Karaoke, ausgequetschten Augen, einer verstörenden Mutter-Sohn-Beziehungen, Szenen in denen man wortlos verschiedene Charaktere filmt, ausgestochenen Ohren (ja, das mein ich so wie ich's schreibe) und allerhand verrücktem Zeugs.
Man muss ständig dabei bleiben, um nicht den Faden zu verlieren, zwischen Fantasie und Wirklichkeit zu unterscheiden und um ihn wirklich genießen zu können. Von Verstehen red` ich hier jetzt mal nicht, das ist wohl was, was bei dem Film mit der Zeit kommt. Ich hab da ein paar Theorien, aber ob die stimmen? Keine Ahnung.
Vielleicht erschließt sich mir der Film komplett, wenn ich mir den mal unter Einfluss von Hydroxyethan angeguckt habe.
Von der darstellerischen Leistung kann man absolut nicht klagen, die Charaktere werden grundsolide und meiner Meinung nach der Slaughtercop überragend gut dargestellt, das dauerleidende Gesicht Ryan Goslings ist da durchaus angebracht.
Eine Punktwertung erspare ich mir an dieser Stelle, ich weiß wirklich nicht, was ich dem Film geben soll. Ich weiß ja noch nicht einmal, wie ich über den Film denken soll, verstört oder begeistert. Also am besten selber anschauen und Meinung bilden. Wer kein Blut sehen kann, sollte es am besten direkt sein lassen.

So, ab hier massive Spoiler:
Meine fortsetzenden Gedanken zum Film:

Was Gott vergeben soll:
Julian hat seinen Vater mit bloßen Händen umgebracht, Zitat seine MILF, ähm, Mutter.
Diese Tat kann Julian sich selbst nicht verzeihen, ist unsicher was er fühlen, denken und tun soll, rutscht ab und der ganze Spaß beginnt. Zusätzlich würde das die Fantasien erklären, in denen ihm die Arme abgehackt werden.
Ich will da nicht zu sehr ins Detail gehen, da könnte man jetzt noch viel mehr zusammen spinnen.

Warum der Schwert-Polizist so handelt, wie er handelt:
Er lebt alleine mit seiner Tochter und hat ansonsten nur eine Haushälterin/Kindermädchen.
Meine Vermutung ist, seine Frau ist in die Prostitution u./o. in die Drogenszene gerutscht, ohne dass er etwas dagegen tun konnte. Was erklären würde, warum er "gerecht" bestraft, nämlich die, die Verbrechen zu lassen bzw. erzwungen haben.
Des weiteren ist die Tatsache, dass Julian ihn kennt und Julian zu einer Prostituierten geht, sie jedoch nicht anrührt und ihm in seinen Träumen der Leutnant auftaucht, zusammen mit der erwähnten Dame.
-> Julian wird dafür bestraft, die Prostitution von Hackebeils Frau indirekt zu stützen.

So, ich bekomme schon Kopfschmerzen, ich breche (das jetzt ab).

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