9. August 2013

Darwin

Darwin ist immer dafür gut, einen schönen Streit vom Zaun zu brechen. Mit Kreationisten. Jenem intelligenzarmen, von der Kirche indoktrinierten Menschen, die sich der Wissenschaft verschließen. Sie könnten einem fast leid tun.

Unter anderem darüber geht es in dem mir kürzlich in die Hände gefallenen Buch "Die Darwin-DNA" von Sean B. Carroll, anscheinend nur noch als Restauflage in Deutschland erhältlich, aber auf Englisch durchaus noch weiterverlegt.
Carroll gibt auf ca. 300 Seiten einen guten Überblick über die Funktionsweise vor Evolution, bezieht sich dabei auf die einfach zu verstehenden Komponenten Selektion und Mutation, komplexe Vorgänge wie zum Beispiel epigenetische Netzwerke, dRNA etc. werden zu Gunsten der Verständlichkeit und des Bezugs zu Darwin, der sich zu seiner Zeit Evolution nicht anders erklären konnte, ausgelassen.
Um zu erklären, wie Mutation und Selektion funktionieren, führt Carroll immer reale Beispiele an, berichtet über verschiedene Wissenschaftler, die diese Vorgänge zu unterschiedlichen Zeiten untersucht haben und erklärt, was deren Ergebnisse zu bedeuten haben.
Dabei schafft er es, einem totalen Laien (wie mir, ich hab Bio nach der 10 abgewählt, sowas kommt in der Schule sowieso nicht zur Genüge im Unterricht vor, scheiß Lehrpläne) die komplexen Vorgänge leicht verständlich zu machen, ohne auf Fachwissen zu verzichten, das man evtl. bei einer späteren, tiefergehenden Auseinandersetzung mit diesem Thema benötigt. Auch Fachbegriffe werden so in den Text eingestreut, dass sie sich im Lesefluss selbst erklären.
Zur weiteren Veranschaulichung sind immer wieder Bilder, Diagramme und Skizzen eingefügt, die sich genauso wie der Rest selbst erklären.
Am Ende macht er dann das, was ich am liebsten tue, nämlich Argumente von Evolutionskritikern, -zweiflern und Kreationisten zu entkräften und das auf eine spektakulär unspektakuläre Art.

Wer also eine gute Einführung in die Thematik Evolution sucht, sollte sich unbedingt dieses Buch zu legen, denn selten habe ich es erlebt, dass ein Wissenschaftler Wissen in einer so verständlichen Form rüber bringt.
8 von 10 Punkten, die erwähnten Auslassungen von tiefergehenden Vorgängen wären nice-to-have, auch wenn ich es durchaus Nachvollziehen kann, sie auszulassen, um den Leser nicht zu überfordern.
Das Buch "EvoDevo" werde ich mir wohl auch noch zu legen, um noch besser gegen Kreationisten vorgehen zu können, hähä, nehmt euch in acht, Kirchenpack.

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