21. Juni 2013

Scheiße, es ist Sommer

Schon wieder son Monat nix von mir zu lesen, nicht unbedingt negativ, ich hatte einfach keine Lust und keine Zeit, war ein bisschen ins Fechtgeschehen involviert, ob das gut oder schlecht war, sei mal dahin gestellt (ich denke eher schlecht und vor allem ungesund).
Erschwerend kommt noch hinzu, dass dieses Arschloch namens Sommer meint, noch vor seinem offiziellen Beginn (heute) aufzutauchen, es warm werden zu lassen und einen normalen Tagesablauf unmöglich zu machen. Da jegliche Bewegung in Transpirationseskapaden endet, hab ich mich dann dezent in meinen Schaukelstuhl zurückgezogen, eiswürfelgefüllte Gläser geleert und gelesen. Meine Güte war das entspannend, nur da sitzen und sich in Büchern verlieren. Und nebenbei trete ich da dem Sommer in den fetten Hintern, denn an mich kommt er da nicht ran, ich entgehe seiner Temperatur und den Armen seiner größten Gehilfin, der gelben Sau namens Sonne (frei nach PeterLicht).
Aber ich schweife ab. Kleine Kritik zu einem tollen Buch, dass ich gelesen hab.
Wispern unter Baker Street von Ben Aaronovitch, darum dreht es sich.
Ist der dritte Teil seiner Buchreihe über das geschehen in der Zauberer-Abteilung der Metropolitan Police in London.
Zusammengefasst gehts um Folgendes: In der U-Bahn-Station Baker Street wird eine Leiche gefunden, erstochen mit einer Tonscherbe, allerdings weiß niemand, wie das Opfer in den Tunnel gelangen konnte, weshalb Constable Peter Grant aus dem Folly hinzugezogen wird und der entdeckt direkt Spuren von Magie (ein Vestigium, eine Art magisches Echo).
Damit beginnt die Ermittlung durch halb London, dabei treffen unsere Protagonisten auf Halb-Goblins, Flüsse, eine Untergrundgesellschaft und verquere Familienverbindungen, die in wunderbar trockener britischer Manier und durch popkulturelle Querverweise erzählt wird.
Jede weitere Information würde hier glaube ich Lesespaß nehmen, was mir enorm Spaß machen würde, aber in diesem Fall sehe ich, gnädig wie ich bin, davon ab und überlasse es euch, sich ein Bild zu machen.
Ich kann es nur empfehlen, und vergebe 8 von 10 Punkten, die letzten zwei gäbe es, wenn es so bissige Nebenplots wie in Schwarzer Mond über Soho gäbe, in dem eine Vagina dentata ihr Unwesen trieb (oh man, ich übertreffe mich selbst mit den Wortspielen).

Und jetzt das Internetz aus machen, in den Buchladen um die Ecke gehen, das Buch kaufen und lesen.
Aber schnell. Gefälligst.

Dann noch eine Sache, die mir in dem Monat sauer aufgestoßen ist:
Der ein oder andere wird sicherlich die unsägliche Sendung absolute Mehrheit von Pferdegebiss Stefan Raab gesehen haben (besser wäre wenn nicht, war echt nicht toll, bin glaub ich dümmer und 5% der Zuschauer zu Nichtwählern, danke ProSieben, ihr habts drauf)
Da war sone Vertreterin der Piraten-Partei, die sich selbst als Nerd bezeichnet hat und dann auf die gute Frage von Raab, was denn ein Nerd sei, folgenden geistigen Brechdurchfall von sich gab:
Ein Nerd ist jemand, der vom Computer nicht mehr weg kommt.
Aaarrrgh, da reicht ein Atom-Facepalm nicht aus, da muss ein Super-Nova-Facepalm herhalten.
Peinlich, peinlich und die ist bei den Piraten? (Eher nicht mehr so lange nach der Aktion möchte ich hoffen),
Jemand, den die Kompetenzbremse da beschrieben hat, ist in meinen Augen ein Süchtiger und kein Nerd, zu mal Nerds nicht einmal zwangsweise was mit Computer zu tun haben müssen.
Nerds sind verdammt noch mal bessere Menschen. Menschen, die sich in ihrem Interessengebiet wie besessen auskennen, engagieren, beschäftigen, dabei sozial unbeholfen und meistens auch noch überdurchschnittlich intelligent sind.
So. Das wollte ich noch mal hier klargestellt haben.
Der Wutnerd hat geschrieben.

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