4. April 2013

Verrückt aber gut: Real Humans

Arte.
Diese deutsch-französische Kooperation.
Die hielt ich ja bis zum Start von Breaking Bad für abgehobenes Nieschenfernsehen mit sporadisch für mich interessanten Sendungen bzw. Filmen (Klassiker wie Monty-Python-Filme, Metropolis etc.), aber ich musste meine Meinung ändern.
Jetzt setzen sie noch einen drauf und zeigen eine neue schwedische (SciFi-)Serie namens "Real Humans".
Worum es geht: In einer Welt, vielleicht ein paar Jahre in der Zukunft, haben viele Menschen einen Haushaltsroboter, die Arbeit in Fabriken wird von ähnlichen Robotern erledigt und alte Menschen werden von Androiden gepflegt.
Diese Roboter, "Hubots" genannt, sind allerdings so menschenähnlich wie nur möglich, das einzige was sie noch zu unterscheiden scheint, ist, dass sie sich an der Steckdose aufladen müssen.
Das ganze geht so weit, dass es Hubot-Bordelle gibt und Menschen beginnen, Beziehungen mit Hubots zu führen. Aber nicht alle stehen der modernen Technik offen gegenüber, mit der gleichen Leidenschaft  wie sie geliebt werden, werden sie auch verabscheut, sogar tätlich attackiert.
Krank.
Wir sehen als Protagonisten (jedenfalls in Folge 1 und 2) eine Familie, die sich gerade einen Hubot mit Namen Anita angeschafft hat und sich an die neue Situation gewöhnen muss, wobei manche Familienmitglieder damit besser als andere zurecht kommen, eine zweite Familie, die zerbricht, weil der Mann die Hubots fundamental ablehnt, da er auf seiner Arbeit bis auf wenige Menschen nur mit solchen zusammenarbeitet und seine Frau den gemeinsamen Hubot als neuen Liebhaber benutzt und schlussendlich zwei Polizisten, die auf Verbrechen rund um Roboter spezialisiert sind und eine Gruppe autonomer Hubots auf der Spur sind, die Mord begannen haben.
Zu dieser Gruppe gehört ein Mensch, und jetzt wird es erst richtig verrückt, der sich anscheinend Hubotteile hat einsetzen lasse und sich ebenso aufladen muss.
Verrückt.

Alles in allem nicht das, was man erwartet, nein, meiner Meinung nach besser: Wir haben hier keine Action-SciFi-Serie, von denen es ja genug gab, sondern eine veränderte Realität, ähnlich Eureka (steinigt mich für diesen Vergleich), in der nur wenig anders ist, als bei uns. Anders als Eureka geht Real Humans aber den Weg des gesellschaftlichen Spiegels und zeigt uns, wie tief die Technik schon in unserem Alltag steckt und uns beeinflusst, wie Menschen den Einfluss auf verschiedene Art und Weise aufnehmen und dementsprechend handeln. Besonders der fließende Übergang zwischen Technik und Mensch wird hier genial-beklemmend dargestellt.

Da lohnt es sich sogar, die Verarschungsgebühr an die Gema zu zahlen.
Kranker Scheiß.

Ich gebe der Serie aktuell 7 von 10 Punkten, da ich sie bis jetzt unfassbar spannend und gut durchdacht,  finde, mit einer Besetzung von weitestgehend unbekannten Schauspielern, die aber eine ansprechende Leistung absolvieren, besonders die Darstellung der Hubots finde ich gut, man erkennt den Unterschied zwischen den Modellen, z.B. ältere Modelle mit hackeligen Bewegungen und neuere, die schon recht flüssig laufen.
Was mir bis jetzt fehlt, sind Antworten, z.B. warum die Hubots autonom sind und vor allem, wie kam es überhaupt zu den Hubots, wer hat sie entwickelt, gibt es nur einen Anbieter, wie sieht es in anderen Ländern aus (besonders der letzte Punkt hat mir auch bei Eureka gefehlt).
Von mir eine klare Empfehlung, zumindest einmal rein schauen, einen Blick ist es mindestens wert.

Update:
Wir kommen der Sache näher, die ersten Details über den Ursprung der Hu-Bots sind bekannt,  die ersten Hinweise auf den Grund der Autonomie ebenfalls. Auch ist sicher, dass es sie auf der ganzen Welt gibt. Noch ist es aber nichts außergewöhnliches, darum bleibt es erstmal bei 7 Punkten.

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