13. Februar 2013

Directors Cut in Berlin per Mitfahregelegenheit

So, das waren sie also, die drei bzw. 2 1/2 Tage in Berlin, zwecks Iron Sky - Directors Cut.
Als am Donnerstag die E-Mail kam, ging es los, wie kommt man kurzfristig und günstig nach Berlin.
Schlafmöglichkeit gabs in Form des Cousins meines Mitstreiters.
Dann kam die Idee, "Mitfahrgelegenheit".
Ich war zuerst etwas skeptisch, aber der Preis und die Verfügbarkeit konnten mich überzeugen.
Also, wir beide durch die Gegend gesimst und telefoniert und bäms, die Fahrt stand.
Sonntag, 13 Uhr, Essen HBF. Hinfahrt beginnt. Kein Stau, kein gar nichts, dafür nette Unterhaltungen mit unseren Fahrern und der dritten Mitfahrerin. Nach fünf Stunden waren wir dann auch schon in Berlin Friedrichshain, früher als erwartet, noch zwei Stunden bis Filmbeginn. An dieser Stelle noch einmal ein dickes Dankeschön an Katja und Marcel für die gute Fahrt und die Berlin-Tipps.
Auf gings zur Simon-Dach-Straße, erstmal was essen, fürs Protokoll: indisch, dabei den Plan gemacht und kurzfristig beschlossen, einen Tag dran zu hängen, also bis Dienstag.
Dann war es auch schon Zeit, sich zum Kino zu begeben, in der Bahn dann direkt die ersten Mitauserwählten getroffen. Am Filmtheater Friedrichshain angekommen, direkt in die Schlange gestellt, ein bisschen gewartet und dann ging es in den Kinosaal, der sich schnell mit 300 Menschen, vorwiegend aus der Gesellschaftsklasse der Nerds, füllte.
Gästeliste wurde nicht geprüft, es wussten schließlich nur die geladenen Gäste, wo es stattfand und wer würde bitte schön den Standort veröffentlichen und sich nicht drüber freuen, zu den wenigen Auserwählten zu gehören?
20:30 Uhr: Timo Vuorensola betritt die Bühne und brüllt Begrüßungen ins Publikum, das frenetisch mit  Applaus antwortet. Toller Auftritt, wie auf nem Konzert. Die Produzenten und Julia Dietze werden auch auf die Bühne gerufen. Kurze Erklärung, warum es einen Directors Cut gibt: Vor der Premiere von Iron Sky auf der Berlinale 2012 wurde bis 48 Stunden vor Aufführung am Film gebastelt, weshalb einige Szenen nicht fertig und damit nicht in die Kinoversion aufgenommen wurden. Da man jetzt aber Zeit hatte, wurde diese Szenen fertig gestellt und eingebaut.
Der Film selber war noch genialer als der Kinoschnitt, erklärt einige Situationen besser und sorgt für gemeine Lacher. Ich führe nur ein Beispiel aus der Unterrichtsszene an:
Das Kino mit Film-Plakat. Oma gehört nicht dazu.
Weltkarte, Westblock ist blau markiert, der Ostblock rot. Renate Richter: Was sind das hier? (deutet auf die blauen Länder) Die Schüler antworten im Chor: Kapitalisten. Frage: Und das hier? (deutet auf die roten Staaten) Antwort: Kommunisten. Frage: Und wer lebt hier? (Deutet auf die übrigen Staaten) Antwort: UNTERMENSCHEN. Hähä.  Genug der Spoiler.
Danach ging es in eine Frage-Antwort-Runde mit dem Regisseur, die bedeutendste Frage nach dem Inhalt von Iron Sky wurde damit beantwortet, dass er es verraten könnte, aber danach alle Anwesenden  hätte töten müssen und die Sauerei wollte er sich ersparen.
Damit endete auch der wichtigste Teil, es standen noch Julia Dietze und Timo Vuorensola für Fragen zur Verfügung und weil wir als brave Fechter nicht den üblichen Krams Fragen und erzählen, von wegen "super Schauspielerin, wir lieben sie" blablabla.
Ich hatte gehört, sie habe einmal gefochten, also direkt gefragt, ob und was: Sie hatte eine Ausbildung im szenischen Fechten, wusste noch ein paar Begriffe, fand es gut, dass wir sowas fragten und selber Fechter seien und dass sie es, und das ist das wichtige: Von einem Trainer mit einem Auge gelernt hätte. Bäms. Wer ist Chef unseres Vereins? Genau, ein Einäugiger. Wahrscheinlichkeit eines andern? Wahrscheinlich null. Gefragt wird am Freitag beim Training.
Danach endete auch der filmische Teil und es ging mit Kamera im Anschlag zum Alex und von dort nach Siemensstadt zum pennen.
Montag haben wir dann erst den Standardkrams gemacht, Brandenburger Tor, Reichstag, Regierungsviertel und Siegessäule, danach zum stillgelegten Flughafen (NEIN, ich rede hier nicht von Berlin-Brandenburg, sondern von Tempelhof), Curry-Wurst-Essen und unter kundiger Leitung durch die Nacht. Dann noch was leckeres gekocht und mit Berliner Luft Ersatz die Zeit in Berlin ausklingen lassen.
Dienstag ging es um 5:45 Uhr (historischer Querverweis zur Thematik des Films) aus dem Bett, um die Mitfahrgelegenheit gegen 7:30 noch zu erwischen. Die Rückfahrt dauerte dann etwas länger, bedingt durch Berufsverkehr und Stau, aber war trotzdem nett, hab auch ein bisschen Heisenberg gelesen und geschafft es zu verstehen.
Unterhaltungen waren auch anregend, auch hier ein dickes Dankeschön an Daniel, der uns gut nach Hause gebracht hat.

Fazit: Für 50 Euro Reisekosten, ein Bisschen für Essen dem Karnevalsgedöns entkommen, einen genialen Film gesehen und eine der tollsten Städte des Reiches... der Republik näher kennengelernt: Perfekt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen