27. Juli 2012

To-Do-Liste: Abgehakt

So, da bin ich wieder, mit einem Tag Verspätung, aber wen interessiert's...
Ich wollte da ja was berichten, also fang ich mal am Anfang an (man beachte die geschickt eingebaute Alliteration...):

Punkt 1: Devil Side.

Allgemein: Zwei Tage draußen mit zwei abwechselnd bespielten Bühnen, ein Tag drinnen mit einer Bühne, nette Leute, gute Organisation, Security etc pp.

Erster Tag:
Tenside und Exit Ten waren ganz nett anzuhören, aber jetzt kein Must-Have, Cerebral Ballzy genauso, amüsant war hier der betrunkene Frontmann. Dann wurde es exotisch mit CHTHONIC, einer Black-Metal-Band aus Taiwan. Interessantes Auftreten in traditionellem (?) Outfit und noch interessanter war es, einen Asiaten screamen zu hören, kann ich jedem nur empfehlen. Danach waren D.R.I. am Start, die Musik lässt sich zwischen klassischen Heavy Metal und Hardcore einordnen, war eine ganz nette Geschichte, die sind wohl auch schon was länger dabei und bekannt, aber ich hab sie zum ersten mal gesehen/gehört. 
Weiter gings mit Dog Eat Dog, Klassiker, wenn es um Crossover geht, aber leider nicht mehr das, was sie mal waren, der Auftritt war trotzdem super, leider den Pogo auf Grund von zu viel Bier in der Hand verpasst. Pech gehabt. Als nächstes spielten Serum114, eine Deutsch-Rock-Band, gar nicht schlecht, Frontmann erstmal auf die Traverse vom Technikzelt geklettert, Publikum hatte Spaß. Emil Bulls spielten ein wenig Alternative Metal, wenn ich das richtig im Kopf habe, tolle Sache, genau wie Betontod, deren Punk vor allem mit der Zeile "Wir müssen aufhören weniger zu trinken" für Stimmung sorgten. The Bones und The Sounds konnten mich persönlich nicht überzeugen, wobei The Bones noch erträglich, The Sounds jedoch wirklich unschön waren. 
Besser wurde es mit Arch Enemy, die erstmal die von einem Nachbarn richterlich erzwungene Schalldruckpegelbegrenzung (tolles Wort oder?) auf 75 dB (Spießer..) in Frage stellten und Clawfinger setzen mit Rap Metal die gute Stimmung fort. 
Doro nicht. 
Bei Danko Jones bin ich irgendwie gespaltener Meinung, tolle Einstellung, das Publikum nicht zu mögen, aber die Musik hat mich jetzt nicht so überzeugt...
Highlight des Tages waren dann In Flames, ich denke, zu denen muss ich nichts sagen (mach ich aber doch): Melodic Death Metal, Pogo und Sarkasmus.

Zweiter Tag:
Durch eigenen Organsisationsfail erstmal die ersten Bands verpasst, glücklicherweise noch pünktlich zu Mr. Irish Bastard gekommen, tolle Band, spielen Irish Folk Punk, tolle Stimmung, direkt erster Pogo und erste Wall of Death mit zehn Leuten gestartet. Aber "Stop! It's Hammertime" und es folgte eine kurze "Can't touch this"-Einspielung; allein für son Mist muss man diese Band mögen.
Adolescents ein wenig vernachlässigend sind wir dann direkt an der selben Bühne geblieben um auf Alestorm zu warten. Total lustige, gute Band, direkt Pogo, dann allerdings ne blutige Nase geholt, als ich jemandem aufhelfen wollte, allerdings selber umgeschmissen wurde und dann ein Knie oder einen Ellenbogen im Gesicht hatte. Typ kommt zu mir, fragt "alles in Ordnung?" Ich: "Läuft, alles gut" Er: "Ja, das seh ich" ^^. Zum Glück nach ein paar Minuten vorbei, auch dank einer netten jungen Dame, die mir ein Taschentuch anbot. Danach natürlich direkt weiter gepogt.
Saint Vitus kamen da leider mit ihrem Doom Metal nicht heran, spielten aber eine solide Show. Neaera sind für mich eine interessante Neuentdeckung im Death Metal, genauso wie Skindred, die eine amüsante Darbietung ihres Reggae Metals ablieferten. Bei The Carburetors bin ich hin und her gerissen, die Musik ist absolut guter Rock 'n Roll, die Texte allerdings... Ich präsentiere den Bausatz für die meisten gespielten Carburetors-Lieder: Satz + drei bis fünf mal wiederholte, einprägsame, "böse" Wortfolge + Satz + drei bis fünf mal wiederholte, einprägsame Wortfolge. Naja, einfach nicht drauf geachtet, Plektrum gefangen, alles gut. Lustig wurde es mit Set Your Goals, einer Punkband mit zwei Leadsängern, von denen einer eine Stimme wie ein Mädchen hat. Klingt echt belustigend, wenn die abwechselnd singen...
Overkill waren auch wieder ganz nett, im Stil von AC/DC, Amorphis haben wir übergangen. Suicidal Tendencies spielten auch ganz nett, der Frontmann rannte und hüpfte während des gesamten Auftritts auf der Bühne herum und holte sich am Ende ca. drei Dutzend Fans auf die Bühne, von denen einer die geniale/dumme Idee hatte, in die Menge zu springen. Prinzipiell ne coole Sache, dumm nur, wenn keiner einen fangen will....
Bei Sabaton ging's dann erstmal mit ein paar nervenden Leuten los, die sich beschwerten, als wir uns in die Menge stellten, sie könnten nichts sehen und das wär ja voll fies, es sei ihr erstes Festival. Gut, erstmal vorgelassen, hatten sie sowieso nix von, da standen dann genau so große Leute vor ihnen.
Dann fingen Sabaton an, absolut toll, Publikum ist direkt mitgegangen, die "Noch ein Bier" Rufe ließen  Joakin fast verzweifeln... Richtig spaßig wurde es dann, als das Crowdsurfing begann. Wir hatten ein paar lustige Gesellen neben uns, mit denen wir dann erstmal die Crowdsufer über die Beiden vor uns geworfen haben, was die gar nicht lustig fanden, da sie Angst davor hatten, sie könnten auf sie fallen. 
Weniger Angst hatte die Security, die bei der Aktion auf uns aufmerksam geworden war, aber uns als "größtenteils harmlos" (tja, woher kommt denn dieses Zitat bloß?) eingestuft und glücklicherweise nichts weiter getan hat. Hatebreed konnten danach die Massen genauso begeistern.

Dritter Tag:
Die ersten drei Bands aus purer Faulheit mal eben ausgelassen und mit We Butter The Bread With Butter (von einem TrueMetaller hinterher liebevoll "Das Butterbrot" getauft) verdammt gut in den Tag eingestiegen. Deez Nuts konnten da nicht ganz mithalten und Everlast fielen ganz raus. Das aber im positiven Sinne. Akustik-Gitarren und getragene Texte bescherten den beiden Herren mehr Publikum als Deez Nuts. Nicht überzeugen konnten Against Me! bei denen wir aus Langeweile einfach angefangen haben, zu dritt einen Circle Pit zu starten, allerdings derart, dass wir in großen Kreisen durch das nicht davon begeisterte Publikum gerannt sind. Wir fanden's lustig.
Bei Biohazard waren solche Aktionen nicht nötig, die spielten von allein guten Hardcore. Bei Powerwolf spalteten sich die Geister, ob sie genial oder einfach nur kacke seien. Das Argument, "Gute Bands tragen keine Masken" konnte ich mit dem Hinweise auf Slipknot zum Glück direkt entkräften. Ich denke, die sind enorm Geschmackssache und fand sie super. Die Kirche mit Metal durch den Dreck ziehen, da bin ich sofort dabei.
Bei Frank Turner & The Sleeping Souls waren wir uns allerdings einig, einfach super. Angefangen mit relativ ruhigem Folk Rock wurde das ganze dann immer energiereicher und artete zum "Eurovision Dance Contest" aus, bei dem Deutschland doch nach diesem Tag hoffentlich wieder auf Platz 1 steht. Ebenfalls wurde von dieser Kombo mit "Glory Hallelujah" an einem Sonntag die Kirche noch einmal richtig in den Allerwertesten getreten.
Danach wurd' es etwas langweilig, denn Thin Lizzy, Jahrgang 1969, brauchten etwas länger für den Soundcheck, spielten dann für scheintote Rentner dann doch ganz passabel, gegen Royal Republic aber konnten sie keineswegs ankommen. Sehr sympathische Band, verdammt gute Musik, verdammt gute Stimmung, Pogo nonstop. 
Das wars dann auch für uns beim Devilside, irgendwie mussten wir ja noch nach Mülheim kommen. Aber das hat ja dann doch nur drei Stunden gebraucht, weil diverse Busse/Bahnen nicht kamen und wir dann irgendwas in Richtung Mülheim genommen haben und dann ein wenig planlos rumgeirrt sind.

Fazit Devilside: 70 Euro perfekt investiert.

Zweiter Punkt: Sum41.
Zugabe zum Wochenende: Sum41 kommen nach Köln. Also, hin. In Köln war das größte Problem dann erstmal, wo gibt's denn hier noch Parkplätze? Nach diversem Suchen, noch einen gefunden, alles klar. Problem zwei: Kommunikationsproblem bezüglich des Ticketkaufs, Verlust eines treuen Konzertgängers. Das dämlichste: Nach dem Anstellen verkauften die Leute hinter uns ein Ticket für zehn Euro weniger als im Vorverkauf. Verlust war sinnlos. Verdammt. Egal.
Rein in den Club. Erstmal die Vorband angehört, Namen hab ich vergessen, konnte man sich anhören, das wars dann aber auch. Bei Sum41 ging es dann richtig los, alle nach vorne gedrängt, die meisten schon beim ersten Lied am pogen, einfach fantastisch. Setlist war auch perfekt, sehr viele alte Lieder, ein paar neuere, dabei alle am abgehen. Irgendwann war ich dann auch in der ersten Reihe, keine Ahnung wie, die Massen haben wohl ihren Job getan, dummerweise kam ich dann auch eingezwängt zwischen Absperrung und nassen Menschen in der Hitze nicht mehr weg und ich wollte eigentlich weiter pogen.... Nach fünfzehn Minuten ging es dann wieder weiter, direkt in den Circle, top.
Nach etwas mehr als 90 Minuten leider schon vorbei, trotzdem, super Abend.

Dritter Punk: The Real McKenzies
Und weil vier Tage Konzerte nicht genug waren, direkt noch einen drauf. 
Wieder mit reduzierter Mannschaftsstärke, weil jemand das ganze verpennt hat...
Einlass 20 Uhr, Herr McKenzie verkauft fleißig Merchandisingartikel, 20:15 beginnt die Vorband, nicht schlecht. Kurz nach neun kommen dann die Real McKenzies auf die Bühne und es geht los mit fast zwei Stunden guter Unterhaltung und Musik, erstmal Folk Punk. Dann mittendrin schalten sie um auf ein Akustikset, ändert trotzdem nichts am Pogen und der guten Laune, im Gegenteil, es wird immer besser. Später ging's dann zurück zum Punk und von der Bühne, aber die Herren ließen sich nicht lange bitten und spielten direkt weiter, einfach nur gut.
Fazit: Gute Laune bei guter Musik in guter Location.

Vierter Punkt: Blogeintrag
Hiermit geschehen, ich hoffe ich habe euch gelangweilt und ihr habt beim Lesen Hirnblutungen, Augenkrämpfe oder so bekommen, hähä.  

*wer Anglizismen findet, darf sie behalten

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